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Probleme bei der Zucht Schottischer Faltohrkatzen (SF)

Nach dem Auftauchen der natürlichen Mutation der Faltohren wurden bald kritische Stimmen laut, die ein Verbot der Zucht forderten, denn die gefalteten Ohren würden zu Ohrmilbenbefall und Taubheit führen. Die GCCF strich die Katze aus dem Zuchtbuch, sodass die Zucht ab 1973 in England verboten war. Obwohl Taubheit in den meisten Fällen mit der Fellfarbe zu tun hat (in der Tat waren die ersten SF-Katzen reinweiss) und der Ohrmilbenbefall eine Frage des Pflegezustandes. Paradoxerweise ist die Weiterzucht einem echten Problem zu verdanken. Eine Züchterin bemerkte bei einigen Jungtieren Skelettveränderungen (verkürzte Schwanzwirbel, verdickte Knochen). Ein Kätzchen bekam der Genetiker O.Jackson zur Untersuchung, der mit der defekten Katze züchtete und Inzuchtversuche betrieb. Diese moralisch und wissenschaftlich fragwürdigen Versuche wurden 1975 in einer Studie veröffentlicht, die auch heute noch unkritisch zitiert wird. Jackson fand immerhin heraus, dass sich das Fd-Gen autosomal dominant vererbt. Interessanterweise empfahl er keineswegs die Ächtung der Zucht, sondern nur die Zucht von Faltohr- mit Geradohr-Katzen.

1974 wurde in den USA die International Scottish Fold Association ISFA gegründet, die die Zucht der SF koordiniert, die Anerkennung der SF durch die Cat Fanciers Association erfolgte wenig später.

Nachdem bekannt wurde, dass homozygote (Fd/Fd-) Katzen besonders durch Skelettabnormalitäten betroffen warenbeschloss man durch regelmäßige Fremdeinkreuzungen die Gesundheit der SF zu stabilisieren. Heute werden besonders Britisch-Kurzhaar-Katzen zur Zucht mit Faltohrkatzen genommen, die Verpaarung von Faltohrkatzen untereinander wird unterlassen. In „Robinsons Genetics for Cat Breeders“ wird dann auch folgerichtig beschrieben, dass die Knochendefekte durch selektive Züchtung bei SFs stark zurückgegangen sind. Dennoch gibt es Publikationen, die Osteochondrodysplasien bei SF Katzen beschreiben und ein Verbot der Züchtung fordern.

Takanosu beschreibt heterozygote Katzen mit einem milden Phänotyp an Gelenken und Knorpeln in einer Cattery in Japan. Hubler beschreibt eine palliative Behandlung durch Röntgenstrahlung bei einer dreijährigen SF-Katze mit Osteochondrodysplasie, die nach der Behandlung wieder weitgehend beschwerdefrei war. Chang[9] beschreibt drei Fälle in Südkorea und empfiehlt chondroprotective Substanzen wie Glucosamin und Chondroitin-Sulfat gegen Arthritis und Gelenkschmerzen der Tiere. Malik schildert sechs Fälle in einer australischen SF-Cattery, die 14 Monate bis 6 Jahre alt waren und alle Skelettabnormalitäten besaßen. Jedoch waren die meisten Tiere hier miteinander verwandt. Zudem ist der Tierbestand in Australien so klein, dass Inzuchtfälle oder unzulässige Verpaarungen eine Rolle spielen dürften. Auf einer Genetikkonferenz 2000 riefen seine Ergebnisse Widerspruch hervor. https://liebstefavorit.de/peilsender-katze-test.html Obwohl die GCCF und die Federation International Feline aufgrund der Knochendefekte weiterhin die Registrierung als Rasse verweigern, ist sie dennoch äußerst populär.